Ditfurt

Ditfurt

Ditfurt liegt im Tal der Bode im Nordosten des Landkreises Harz.

Im Jahr 974 wurde dieses alte Haufendorf erstmals urkundlich erwähnt. Otto III. schenkte dem Stift Quedlinburg mehrere Güter, darunter den Hof von Ditfurt. Von den seinerzeit 18 Stiftsdörfern ist nur Ditfurt übrig geblieben. Heute gehört Ditfurt zur Verbandsgemeinde Vorharz und stellt siedlungsgeschichtlich eine Sehenswürdigkeit dar.



Bürgermeisterin

1992 - 1996 Elisabeth Tecklenberg
1996 - 2017 Rena Jüngst
seit 2017 Matthias Hellmann

Hausanschrift
Bahnstr. 5
06484 Ditfurt
Tel.: 03946 3022
E-Mail: info @ vorharz.net
Homepage:

Sehenswertes

  • St. Bonifacius Kirche (19. Jhd.)
  • Kantorberg
  • Hohlweg und Salzrinnenstrasse mit Resten der ehem. Befestigungsanlage
  • freistehendes Fachwerk-Rathaus (1534) mit spätgotischen Heiligenfiguren
  • Park mit Mahnmal für ums Leben gekommene Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkrieges
  • Grabstätten auf dem Ortsfriedhof für einen unbekannten Ungarn und einen namentlich bekannten Jugoslawen, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden

Museen

  • Heimatmuseum mit Herberge (Flyer im pdf)

Freizeit- und Ausflugtipps

  • Reitplatz
  • Kiessee für Sportfischer
  • Kanuverleih

Veranstaltungen

  • Frühlingsfest in Ott's Garten am Kiessee
  • Historisches Dreschen zum Erntedankfest auf dem Amtshof
  • Nikolausmarkt am 1. Adventswochenende

Wappen

Das Wappen wurde am 14. Juni 2001 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt. Blasonierung: "Im blauen Schild mit goldenem Innenbord zwei schräggekreuzte silberne Vorlegemesser mit dreimal schwarz genagelten goldenen Griffen." Die im Wappen dargestellten gekreuzten Kredenzmesser sind ohne Zweifel mit den Wappenzeichen der Äbtissin Anna II., Gräfin zu Stolberg-Wernigerode identisch. Zu diesem Thema erschien 1921 im Heimatborn (Beilage zum "Quedlinburger Kreisblatt") folgende Veröffentlichung:

"… Da der Rat, als er jüngstens den Schoß (=Steuer) erleget, und deshalb es notwendig sei, je nach der Zeit auch Briefwerk zu verschicken, zum Siegeln der Briefe aber kein eigenes Insiegel besitze, gebeten habe, die Äbtissin möchte dem Rat nach ihrem Gefallen ein Insiegel oder Wappen geben, der Rat sich als Stifts-Untertanen bekenne und die Verleihung eines Siegels oder Wappens ein Tun ist, das ewig werden soll, so wird die Äbtissin schon das richtige finden, was sie dem Rate geben will und was ihm gebührt. Im Falle der Rat nun solches erhielte, wollte er, das Insiegel diesen Jahrmarkt graben (gravieren) lassen. …"

Die Gemeinde beruft sich auf die Darstellung der gekreuzten Messer im Wappenschild von 1710 über der Eingangstür des ehemaligen Amtes in Ditfurt und der Darstellung des Ditfurter Wappens im Band II, Deutsche Ortswappen (Preußen) von Otto Hupp (1925). Hier wird das Wappen in Blau zwei schräggekreuzten silbernen Vorlegemessern mit goldenen Griffen blasoniert. Die Messer sind auf das Damenstift Quedlinburg zurückzuführen. Um 1541 wurde dem Dorf Ditfurt das Recht zur Verwendung dieses Wappens durch die Äbtissin erteilt. Die Farben der Gemeinde sind Blau - Gold (Gelb). Das Wappen wurde vom Niederorscheler Karl Heinz Fritze gestaltet.

Verkehr

In unmittelbarer Nähe des Ortes (zwischen Quedlinburg und Ditfurt) gibt es eine Auffahrt (Quedlinburg Ost / L66) zur neu entstandenen Bundesstraße 6n. Ditfurt besitzt mit der Bahnstrecke Halberstadt-Quedlinburg-Thale Anschluss an das Eisenbahnnetz. Ditfurt ist durch eine Regionalbuslinie der Q-Bus Nahverkehrsgesellschaft Ballenstedt mit der Stadt Quedlinburg verbunden.

Literatur

  • Gustav Brecht: Das Gebiet des vormaligen Reichsstifts Quedlinburg mit Angabe der Wüstungen, des Landgrabens u. der wichtigsten Flurnamen, Karte, Quedlinburg 1885²
  • Friedrich Schrienert: Ditfurter Chronik, Selbstverlag des Verfassers, Ditfurt 1904 Peter Stephan: Ditfurt. Demographie und Sozialgeschichte einer Landgemeinde nördlich des Harzes über 400 Jahre, in: Harz-Forschungen, Bd. 17, Wernigerode u. Berlin 2002
  • Bernd Feicke: Zwei Aktenstücke des Reichstiftes Quedlinburg aus dem 18. Jahrhundert, in: Harz-Zeitschrift 54/55 (2002/2003) 2004, S. 187-200, bes. S. 191-194, 197-199 (Abb. Mündigkeitserklärung 1801 für G. H. Bollmann durch die Quedlinburger Äbtissin Sophia Albertina)
  • Falko Grubitzsch u. a.: Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Bd. 7.2 - Landkreis Quedlinburg, Halle / Petersberg 2007, Art. Ditfurt, S. 94-109.
  • Bernd Feicke: Stadtgeschichte und der Schmuck historischer Rathäuser am Harz als Symbol stadtherrlicher Macht und städtischer Rechte ..., in: Harz-Forschungen, Bd. 23, Berlin u. Wernigerode 2007, S. 227-277, bes. 247, 259 (Abb.)
  • Hans Blath, Ernst Kiehl: Ditfurt - Königshof, Amtshof, Heimatmuseum, in: Quedlinburger Annalen, Jg. 11 (2008), S. 67-78

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