Die Domburg im Hakel bei Heteborn

Die Domburg im Hakel bei Heteborn

Bei der Darstellung der Domburg hatten wir nicht den Anspruch auf seriöse und wissenschaftliche fundierte Erkenntnisse. Das ist Sache von Forschern. Uns ist es wichtig, Ihnen einen Einblick in das Kulturleben der Heteborner und Ihrer Wurzeln zu verdeutlichen.

Die Domburg (auch Dumborch, Dummenburch genannt), wovon heute nur noch einige Reste vorhanden sind, wurde 1310 das erste Mal in alten Unterlagen erwähnt

Von den Umfassungsmauern der Domburg sind die nördliche mit Tor sowie die Westwand zur Hälfte erhalten und zwar in ihrer gamzen Höhe (10,5 m) und Stärke (1,45m). [Grundriss der Domburg]. Die zu ihrem Bau verwandten Kalksteine sind wohl aus dem tiefen Wallgraben herausgebrochen, auch scheint der ausgehobene Boden zur Erhöhung des Burgbergringes verwendet zu sein. In der Mauertechnik herrscht der Bruchsteinverband vor. An der Innenseite der Gebäudemauer stecken noch Balkenköpfe aus Eiche und lassen die Anordnung der Stockwerke und Zimmer erkennen. Von den anderen Ringmauern ist wenig vorhanden, wahrscheinlich sind sie im Laufe der Jahrhunderte durch die umliegenden Dörfer abgefahren wurden. Sogar die Fundamente sind herausgeholt.

Über den Erbauer der Domburg ist nichts bekannt. Wahrscheinlich wurde sie weitaus früher gebaut und diente als Kultstätte der Germanen. Hier wurden wohl in vorchristlicher Zeit germanische Götter verehrt und Gericht gehalten. Die Opferstätte war dem Donar geweiht, nachdem wie man annimmt die Domburg benannt wurde. Dem Donarkult soll die Verehrung des alten Himmelsgottes Wodan gefolgt sein. In Gestalt des Wilden Jägers, auch Hakelberg genannt, hat sich dieser alte Sturm-und Schlachtengott in den Sagen des Hakels eine gewisse Würde bewahrt.


"Domburg, im Hakel gelegen, Exkursionsbericht vom 24.08.2002
Herr R., Herr F. und Herr H.

...Der Innenraum der Domburg hat eine zu geringe Fläche, die Grundfläche bildet kein Achteck, unregelmäßig rechteckig mit eingeknickter Seite 20x30 m, weil eine Mauerseite wieder in eine andere Richtung verläuft. Im Mörtel keine Spur von "opus caementitium", wahrscheinl. 13. Jhd., ungewöhnliche Verteilung für Löcher einer etwaigen Bebalkung der Zwischendecke, weil der Abstand zu gering ist, vermutlich nur angelehnte Holzbebauungen. Ungewöhnlich auch das Eingangstor, es ist nicht breit genug, daß ein Wagen durchfahren kann und viel zu hoch. Über dem Sturz sind evtl. Aussparungen für die Fkt. einer Zugbrücke, aber nicht symmetr. angeordnet. An der Außenseite der Mauerreste mit Aussparungen f. Balken, aber weder für einen Umlauf aus Holz, noch zur Verteidigung angebracht. Die Breite des Außenwalls könnte röm. Ursprung sein, da unsere Tiefenmessung zeigte, daß sich im Wall in ca. 2m Tiefe metallische Gegenstände befinden. Der Wall wird aber seiner Funktion als Verteidigungsanlage nicht gerecht...
Für nachfolgende Forschungen eine ideale Anlage!
Interessant sind die im Hakel befindlichen Hünengräber.
1929 erste Ausgrabung, Funde einer Kugelamphore und ein Becher der Schnurkeramik. Die Hünengräber sind seit 1959 unter Schutz gestellt.
H. H."

 

"Sehr geehrter Herr H.,
ich weiß nicht, mit welchem Anliegen, bzw. aus welchem Grund, Sie hier die Urkundserwähnung "saltus Hacul" eingestellt haben, da Sie sich dazu noch nicht äußerten. Nur mit zwei Vokabeln allein, ist der Sinn des Textes in der Urkunde von "Otto 1." aus dem Jahr 941 nicht erkennbar. Das von Ihnen zitierte: "einem alten Reichsforst, der 941 in einer Urkunde Ottos I. "saltus Hacul" genannt wurde.", ist, bezüglich "einem alten Reichsforst", nur eine Zuschreibung des Buchautors. Denn in der Urkunde steht zweifelsfrei kein Wort von "einem alten Reichsforst", der "saltus Hacul" heißt.

Ich glaube, man kann davon ausgehen, daß, wohl bis zu Beginn des 12. Jahrhunderts, in "Deutschland" noch bekannt war, daß es sich bei "saltus" um eine Domäne, Latifundie bzw. eine Gebietsfläche handelt, die als "Saltus" eingemessen war. Warum ich dieses Glaubens bin, hat auch damit zu tun, daß z. B. in zwei Urkunden, des Bischofs Rudolf von Halberstadt, noch bestimmte Flächen mit Jugera bezeichnet werden, also Flächen, die einst von den Römern eingemessen wurden (1 Jugerum = 0,2522 Hektar). In der Urkunde vom 18.10.1136, sind als Fläche 8 Jugera angegeben. die Urkunde vom 02.11.1136 gibt ebenfalls 8 Jugera Ackerfläche an. Diese Urkunden nennen noch römisches Flächenmaß, kein mittelalterliches Flächenmaß, wie Hufe etc..

Es handelt sich bei der von Ihnen genannten Bezeichnung "saltus Hacul", richtig wird es in der Urkunde wohl "saltus hacul" geschrieben sein, zweifellos um die Nennung einer Domäne, die der römischen Fläche "saltus" entsprach. Warum das so ist, liegt daran, daß mit "saltus hacul" kein Name eines Waldes gemeint ist (was Sie wohl andeuten möchten?), sondern die Lage einer Domäne. Abgesehen davon, daß später der Name "Hakel" sogar von dem "hacul" abgeleitet sein könnte. Das "saltus hacul", für sich allein stehend, sagt lediglich aus, daß sich der "Saltus", also die Domäne, auf dieser Seite, jenseits von (dem "castra?, den Rüstern? den Öften? o. ä.) befindet. In welchem Sinnzusammenhang "saltus hacul" in der Urkunde wirklich verwendet wird, ist erst zu sagen, wenn mindestens der komplette Satz aus der Urkunde bekannt ist, in dem dieses "saltus hacul" steht.

Es wäre also angebracht, und auch sehr freundlich von Ihnen, wenn Sie den ganzen Satz aus Ottos Urkunde nennen. Der Hinweis "einem alten Reichsforst," steht mit absoluter  Sicherheit nicht in der Urkunde, sondern ist nur Autorenmeinung. Der Autor möchte mit dem Hinweis, "einem alten Reichsforst", gern belegen, daß "saltus Wald heißen würde" und mit "saltus hacul" ein Wald, nämlich der "Wald Hakel" gemeint sei.

Mit freundlichen Grüßen
R. F."



Anfahrt:
Von Quedlinburg aus über Hedersleben in Richtung Kroppenstedt fahren. Auf halber Strecke erreicht man Heteborn. Oder von Halberstadt kommend über die B 81 nach Gröningen und in Kroppenstedt nach Hedersleben abbiegen.
Die Ruine ist nur von Heteborn aus zu Fuß erreichbar. Sie liegt im Naturschutzgebiet "Im Hakel". Im Ort Heteborn anhand der Ausschilderung in Richtung Sportplatz fahren. In der Hakelstraße am Sportplatz vorbei bis zum Ortsausgang fahren. Hinter dem letzten Haus rechts dem schlechten Feldweg (nur bei trockenem Wetter) zirka zwei Kilometer folgen. Am Waldrand beginnt das Naturschutzgebiet. Den Fahrweg etwa 200 Meter weiter laufen. Dort wo nach links ein breiter Weg einmündet (Kilometerstein 50) nach rechts einem teilweise überwuchertem Weg in den Wald folgen. Nach 500 Metern trifft man auf einen weiteren Waldweg, in den man nach rechts einbiegt. 100 Meter weiter liegt die Burg wiederum rechter Hand.

Der Hakel war bereits einmal touristisch erschlossen. Es gab nahe der alten Ruine einen Aussichtsturm mit Gaststätte und botanischen Garten. Alte Postkarten von 1898 und 1919 zeugen davon.

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