Die Burg

Burg Hausneindorf

I

Hausneindorf wurde um 570 gegründet. Die um 1140 durch Heinrich den Löwen errichtete gewaltige Burg zu Neundorf (Hausneindorf) ist das Wappenbild (Turm mit Mauerwerk) des zukünftigen Wappens der Gemeinde, welche auch gegenwärtig als kulturhistorisches Denkmal den Charakter des Ortes prägt. Erstmalig wurde die Burg Hausneindorf im Jahre 1310 als Pfandbesitz der Grafen von Regenstein urkundlich erwähnt. Früher datierte Gründungen sind nicht eindeutig belegt. Die Burganlage hatte einen Durchmesser von etwa 175 Meter, innerhalb dieser Anlage befand sich die Kernburg mit cirka 100 Meter im Durchmesser, umschlossen von einem etwa 10m breiten Zwinger. Anfang des 13. Jahrhunderts zerstört und wieder aufgebaut. Heute sind von der mittelalterlichen Burganlage nur noch der Bergfried (10x25 Meter), Reste des Palas, ein spätgotischer Wohnbau und Reste der Doppeltoranlage erhalten.


II

Die Burg Hausneindorf liegt auf einer Hochfläche über dem Flüsschen Selke im nördlichen Harzvorland. Erstmals stand hier um 1130 eine Burg der Grafen von Blankenburg, die jedoch 1168 zerstört wurde. 1172 wurde die Burg neu aufgebaut. Später gehörte die Burg zum Hochstift Halberstadt und war zeitweise an die Grafen von Regenstein verpfändet. Von 1429 bis 1573 waren die Herren von Hoym im pfandweisen Besitz der Burg. 1711 wurde die Burg Hausneindorf in eine preußische Domäne umgewandelt. Die landwirtschaftliche Nutzung hat das Aussehen der Burg nachhaltig verändert. Dennoch ist die einstige Wehrhaftigkeit noch nachvollziehbar. Die Anlage wird nach wie vor von festen Mauern und einen breiten Trockengraben geschützt. Zentrales Element der Burg und gleichzeitig Blickfang ist der erhalten gebliebene stattliche Bergfried mit einer Höhe von 27 Metern und seiner barocken Haube.

III

Hausneindorf zählt mit seiner Gründerzeit zu den ganz alten, bekannten Siedlungen im Harzgebiet. Der Standort in der Selke Aue im nordöstlichen Harzvorland war durch fruchtbaren Boden, die vorbeifließende Selke und ihre strategische und geschützte Lage ein prädestinierter Siedlungsstandort.
Das sah wohl auch der Blankenburger Graf Anno im Jahr 1190 so und baute am Nordostrand der Selkeniederung auf einer ansteigenden Hochfläche, über dem Südteil des Dorfes eine gewaltige Burganlage. Die Blankenburger Grafen gehörten damals zum Gefolge von Kaiser Lothar III., dem Herzog von Sachsen, auch genannt Lothar von Süpplingenburg und waren Ministeriale denen der Kaiser vertraute. Der Kaiser errichtete in dieser Zeit neue Grafschaften im Harzgebiet und hat anscheinend seine Vertrauten, die Herren von Blankenburg als "Untergrafen" in einem Teil seines Harzgaus eingesetzt. Anders ist die Großräumigkeit der Burganlage kaum zu erklären. Der Gesamtdurchmesser der Rundanlage betrug 175 Meter. Mittendrin die rund Kernburg von etwa 100 Meter Durchmesser, umschlossen von gewaltigen Ringmauern und gesichert von einem 10-15 Meter breiten Zwinger.
Der Hauptzugang war im Osten, kam durch die Selkeniederung und war durch breite Gräben, Doppeltoranlage und zwei Brücken geschützt. Im Nordwestteil der runden Kernburg war ein 40x40 Meter großes Kastell mit Bergfried in der Mitte. Dieser ist quadratisch, hat Abmessungen von 7,50x7,50 Meter und eine Höhe von 27 Metern (in der Gotik aufgestockt). Die gewaltige Burg stand unter keinem guten Stern. Angeblich wurde sie bereits im 13. Jahrhundert zerstört und wieder aufgebaut. Das Burgherrengeschlecht nannte sich fortan "Schenken von Neindorf". Wie schon angedeutet, gehörte die Burg zu Gründungszeit sicher zum Reichsgut, ging aber später an das Hochstift von Halberstadt und pfandweise an die Regensteiner Grafen. Es folgten zahlreiche Verkäufe und Verpfändungen unter anderem von 1429-1573 an die Herren von Hoym. Im 16. und 17. Jahrhundert erfolgten zahlreiche Um- und Ausbauten.
Ab 1711 wurde die Burg endgültig als preußische Domäne umgenutzt. Zahlreiche alte Burgbauten wurden abgerissen und durch Wirtschaftgebäude für das Gut ersetzt. Heute sind noch Reste des 10x25 Meter großen, romanischen Palas erhalten, sowie Reste von der einzigen im Harzraum erhaltenen Doppeltoranlage und auch der mächtige Bergfried steht noch.

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