19. Jahrhundert

Bahnhof

1802 stirbt mit Joh. Christoph Wilh. von Münchhausen das Geschlecht in Wegeleben aus , das Gut erwirbt der Amtmann Walther, das Gut des Prinzen Heinrich wird nach seinem Tode Staatsdomäne

1806 wird Wegeleben nach der Niederlage der preußischen Armee bei Jena u. Auerstädt am 19. Oktober um 19.00 Uhr von der berüchtigten französischen "Löffelgarde" total geplündert

1807 kommt das Fürstentum Halberstadt zum Königreich Westfalen. Wegeleben wird Hauptort eines Kantons, Ortsmaire wird der Amtmann Walther, Kantonmaire der Amtmann Grahn aus Rodersdorf. 39 Wegelebener müssen nach Spanien bzw. Russland in den Krieg ziehen, nur zwei kommen wieder. Am 7.März werden die Bürger auf Napoleons Bruder vereidigt, König Jéróme

1809 wird hier der Dramatiker, Sänger und Theaterdirektor Ferdinand Stolte geboren

1815 kommt Wegeleben zur neuen Provinz Sachsen im Königreich Preußen, wird der berühmte Literat August Schrader als Simmel in Wegeleben geboren, Frau Auguste Weisbeck (später Walther-Weisbeck) erwirbt das ehemalige Rittergut der Ditfurths von der Familie v. Windheim, damit entsteht ein beachtlicher Großgrundbesitz

1838 wird hier die Separation durchgeführt

1840 wird der kommun. Friedhof eingerichtet, der heute noch besteht

1846 entsteht auf dem Hof der Domäne die erste Zuckerfabrik

1858 wird in Wegeleben Wilhelm Schmidt geboren, Baurat Dr. ing. ehrenh., Erfinder der Heißdampftechnik, in diesem Jahr hat die Stadt 2672 Einwohner

1862 erhält Wegeleben seine erste Eisenbahnstation an der Strecke Halberstadt-Thale, eine Poststelle wird eingerichtet

1863 wird die steinerne Bodebrücke abgerissen und auf Kosten des Magistrats erneuert

1866 fallen vier Männer aus Wegeleben im Krieg gegen Österreich, die Stadt hat 2877 Einwohner, am 26.April wird hier der Literat und Verlagsbuchhändler Gustav Müller-Mann geboren

1869 wird auf Wegelebens Äckern das "Dampfpflügen" erprobt

1870/1871 fallen fünf Wegelebener im Krieg gegen Frankreich

1873/1874 erbaut die Firma Walter Wiersdorff & Co. eine Zuckerfabrik an der Harslebener Straße

1879 tritt Walter-Weisbeck als Mitpächter der vereinigten Domänen auf

1880 wird die Oberpfarre abgerissen und für 6600 Mark erneuert

1882 wird neben der Kirche eine Knabenschule gebaut

1883 bestehen in Wegeleben folgende große Güter: Kgl. Amt vor der Stadt: 1049,5 Morgen
Kgl. Amt in der Stadt: 1065,0 Morgen
1. Gut von Walther-Weisbeck: 291,25 Morgen
2. Gut von Walther-Weisbeck: 620,0 Morgen
Gut des Rud. Aug. Freyberg: 354 Morgen mit Apotheke

1884 hat Wegeleben 3134 Einwohner, Bürgermeister auf Lebenszeit ist Herr Simmel seit 1868, Beigeordneter ist Alwin Könnemann, der am 3. Februar in der "Tanne" die Freiwillige Feuerwehr gründet

1886 wird Walther-Weisbeck alleiniger Domänenpächter, die Straße nach Gröningen ist im Bau

1891 bestehen hier auch eine Privatschule, eine Malzfabrik und eine Brennerei, die Stadt hat 3437 Einwohner

1897 wird auf dem alten Gottesacker ein neues "Kaiserliches Postamt" gebaut und als Mietobjekt in Betrieb genommen

 

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